Bewusster Abschied vom Alten für den Aufbruch ins Neue

1920 1257 Elisabeth Karsten

Von meinem Naturell her bin ich eine Aufbruchsfetischistin. Und dieser völlig ungewohnten Situation, die wir nun aufgrund von der Corona-Pandemie alle gerade erfahren, wohnt ein unfassbares Potential inne! Ich erforsche das in meinem nächsten Blog „Auf unsere Vision kommt es jetzt an“. Mir ist völlig klar, dass es längst kein Zurück mehr zum Alten gibt. Ich persönlich will das auch gar nicht. Viel zu spannend sind diese entstehenden Perspektiven des kollektiven Miteinanders. Die unglaublich schnellen Wege zu neuen Lösungen, die vorher unmöglich schienen.

Die Vergangenheit muss auch gewürdigt werden

Doch dann wurde mir bewusst, dass es unklug ist, sich nur auf das Zukünftige stürzen zu wollen. Man muss sich auch bewusst vom Alten lösen. Es ist ein bisschen, wie aus einem Haus auszuziehen, in dem man sehr lange gelebt hat. Im Keller und auf dem Dachboden hat sich viel Gerümpel angesammelt. Doch im neuen Heim werden wir das ganz sicher auch nicht mehr brauchen. Also müssen wir uns davon trennen. Dafür müssen wir die Sachen teilweise selbst in die Hand nehmen und entsorgen. Dabei werden unvermeidlich Erinnerungen hochkommen.

Nur ziehen wir nicht in ein neues Gebäude um, sondern in eine neue Zeit. Es wird nie wieder so werden, wie es vorher war. Zu sehr werden wir gerade durch unser aktuelles Erleben und Erfahren verändert.

Viele Ängste – nicht nur um die eigene Gesundheit

Viele sehen diesem Umzug mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie werden von mehr oder weniger bewussten Ängsten geplagt. Zum einen fürchten sie, entdecken zu müssen, dass das Alte tatsächlich nicht wiederherstellbar ist und vielleicht auch gar nicht wiederhergestellt werden sollte. Zum anderen fürchten sie, dem was nun getan werden muss nicht gewachsen zu sein. Und diese Ängste sind völlig berechtigt.  Wir sollten uns erlauben, sie zu fühlen, damit wir sie zu gegebener Zeit überwinden können. Erst wenn wir der Angst genügend Raum geben, sie benennen und aussprechen konnten, blockiert sie einen weniger. Dann können wir uns schließlich dafür öffnen, dass das neue, was kommt, vielleicht sogar besser sein kann, als das alte, vertraute. Auch wenn man noch keine Ahnung hat, wie das Neue konkret aussehen soll.

Wir sollten trauern

Und nicht nur um den Verlust von alten Dinge und Strukturen wird getrauert werden müssen. Auch die Menschen, die in dieser Zeit einen ihnen lieben Menschen verlieren, müssen trauern dürfen. Auch wenn die Umstände derzeit schwierig sind: das Versammlungsverbot erschwert den gemeinsamen Abschied und die Möglichkeit, sich gegenseitig zu trösten. Doch gerade, wenn einem die Worte fehlen, ist eine Umarmung so unendlich viel kraftvoller.

Und wir müssen um das trauern, was eigentlich jetzt hätte sein können: z.B. die Hochzeit, das Auslandssabbatical, der Besuch bei Freunden in Übersee usw.  Viele betrauern auch gerade den Verlust der gewohnten Freiheiten: kein Fitnessstudio, keine Grillparties, keine Fußballturniere, keine Tanzausflüge – und nicht mal eine spontane Umarmung… Und dabei die bedrückende Frage: wie lange soll das so gehen?

Auch Wut ist da

Und dann ist da auch viel Wut und Verzweiflung. Kleine Kinder verstehen nicht, warum sie nicht mit anderen Kindern spielen oder die geliebten Großeltern nicht besuchen dürfen. Teenager müssen auf Feten und Verabredungen mit Freunden verzichten. Stattdessen unfassbar viel Zeit mit ihrer Familie verbringen, der sie sonst so gerne entfliehen. Umgekehrt müssen Eltern die permanenten und unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Kinder und ihre eigenen gut managen und nicht jeder hat ein großes Haus mit Garten… Gerade in Ländern, wo viel des Lebens draußen stattfindet, sind die Herausforderungen groß.

Auch sozialer Stress, wirtschaftliche Unsicherheit und ein Gefühl der grundsätzlichen Beengung und auch Einsamkeit machen reizbar und wütend. Viele haben auch eine Wut auf die Situation ganz allgemein oder im Besonderen: auf den Virus, auf die Politiker, auf das Leben, das uns in eine solche Situation bringt und sogar Gott, dass er das alles geschehen lässt…

Und das sind nur die Gefühle, die uns die aktuelle Situation bisher beschert hat. Doch es geht um viel mehr.

Die Pandemie als Lektion

Ich glaube, ein Potential des Virus ist, dass er uns die ungesunden Aspekte unseres Seins umfassend bewusst machen kann.

Etwas abgedroschen, aber durchaus stimmig, ist das Bild vom Menschen als Viruserkrankung der Erde. Wir behandeln unseren Heimatplaneten nicht gut und drohen jetzt selber in einem ungeahnten Ausmaß krank zu werden. Wenn das zukünftig nicht durch weitere Viren eskalieren soll, müssen wir etwas tun. Mein Gefühl ist: wenn wir jetzt bei diesem Virus nichts ändern, kommt der nächste… Und der wird vermutlich noch schlimmer. Wie das so ist, wenn wir Menschen etwas lernen müssen und die sanfte Warnung ignorieren. Eltern und Lehrer können ein Lied davon singen. Und offenbar hat auch die kosmische Pädagogik ihre Mittel und Wege!

Bewusst verabschieden: das Gute, das Schlechte, das Verdrängte

Damit wir wirklich frei  werden für das gesunde Neue, müssen wir das ungute Alte unbedingt bewusst verabschieden. Sonst treibt es  im Unterbewusstsein weiter sein Unwesen und behindert den Neustart. Wir müssen uns auch ganz besonders mit jenen unserer Altlasten beschäftigen, die wir vorher, meist aus Bequemlichkeit und Hilflosigkeit, ignoriert oder verdrängt haben.

Ein Gespräch mit Freunden, die im Osten, in der DDR aufgewachsen sind, sensibilisierte mich für diesen Sachverhalt. Sie meinten anfangs scherzhaft, jetzt eher gereizt, dass unsere aktuelle Situation sie in mancher Hinsicht an das Ende der DDR erinnert. Sie meinten nicht nur die leeren Regale im Supermarkt oder die Schlangen davor, sondern auch die Widersprüche in den Medien, die strengen Regelungen und leeren Versprechungen der Politiker und das, was im Untergrund durchsickerte: die DDR war pleite, der Kommunismus bzw. der Sozialismus hatte versagt und die Politiker waren am Ende.

Gewisse Untergangsparallelen

Auch wenn die Vorzeichen andere sind, so habe ich doch ähnliche Gefühle und Beobachtungen. Die Medien sind voller Widersprüche. Zeitungen und Fernsehsender gießen Öl ins Katastrophenfeuer und schüren die Ängste der Bevölkerung. Diese lässt sich bereitwillig in ihren Freiheiten beschränken, um die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen zu schonen. Doch in den sozialen Medien tobt ein wachsender heftiger Kampf zwischen jenen, die das berechtigt und notwendig finden und jenen, die zunehmend das Gefühl haben, dass dies nur der Anfang der totalen Bevormundung durch die Regierungen ist und fürchten, dass sich das alles weiter verstärken wird.

Und dann gibt es noch jene, die sich bemühen, die Zusammenhänge zwischen der Pandemie und der Wirtschaft (Pharmaindustrie!), der Politik (wie hörig ist die Masse?) und der Unterhaltungsindustrie (was für eine Agenda wird wirklich verfolgt?) zu erkunden. Sie kommen immer wieder zu dem Schluss, dass an allen Fronten, besonders in den Medien, heftig manipuliert wird. Ihre Gegner bezichtigen sie dann, Verschwörungstheoretiker zu sein. Beide Seiten werfen sich dann mehr oder weniger elegant vor, aufmerksamkeitssüchtige Profilneurotiker zu sein, die ihren fragwürdigen Ruf mit wichtigtuerischen Behauptungen, grauenvollen Szenarien und abgründigen Unterstellungen aufmöbeln wollen.

Es geht nicht darum, wer Recht hat, sondern wie wir zu einem guten Ergebnis für alle kommen

Aber mir geht es an dieser Stelle nicht darum, Partei zu ergreifen oder irgendjemanden davon zu überzeugen, wer Recht oder Unrecht hat. Das wäre auch viel zu anmaßend: ich weiß es selbst nicht genau. Wie viele andere, bemühe ich mich täglich, in diesem stetig dichter werdenden Dschungel an Informationen mit meiner persönlichen Wahrheitsmachete durchzukommen. Es ist anstrengend und oft verwirrend.

Wir werden uns sicher nicht in Richtung eines friedvollen und konstruktiven Miteinanders bewegen, wenn wir weiter in Gegnerschaft denken und uns ständig gegenseitig der diversen Missstände beschuldigen. Oder wenn wir  mit unseren überholten Wahrnehmungskonditionierung von Täter, Opfern und Rettern uns selbst, unsere Mitmenschen und das gesellschaftliche Leben als solches betrachten.

Es geht nicht um gut oder böse, sondern um Bewusstheit

Es geht längst nicht mehr um den (mindestens in der Unterhaltung) so beliebten Kampf zwischen Gut und Böse. Jeder wähnt sich immer als der Gute – wer also ist dann der Böse? Das lag schon immer im Auge des Betrachters:

Die Mutter, die ihrem Kind das Eis vor dem Abendessen verweigert? Der Dieb, der Nahrung stiehlt, damit er seiner Familie etwas zum Essen geben kann? Der Staatschef, der seinem Volk das Versammeln verbietet? Weil sie  dadurch nicht nur vor der Ansteckung einer möglicherweise schweren Krankheit geschützt werden, sondern vielleicht vor etwas ganz anderem? Was aber aus verschiedenen Gründen nicht öffentlich gesagt werden kann und damit Widerstand in seinen eigenen Reihen erzeugt?

Oder jene Machthaber, die zur Vergrößerung ihres Hoheitsgebiets andere Völker nicht  nur ausgerottet, sondern gar gequält und misshandelt haben. Auch sie wurden vermutlich von irgendwem aus gutem Grund geliebt…

Und ich will damit nicht sagen, dass es kein Unrecht gibt oder Menschen für Gräueltaten nicht bestraft werden sollten. Aber der Blick darauf darf nicht zu eng sein. Zum einen ist meine bescheidene Erfahrung, dass jedes „böse Wesen“ selbst irgendwann unfassbar gelitten haben muss, um zu dergleichen fähig zu sein. Oder psychisch schlichtweg völlig krank ist und dann ist die Wirksamkeit einer Bestrafung zu bezweifeln.

Zum anderen…glaube ich, dass die allerwenigsten von uns, unter den entsprechenden Umständen nicht ebenfalls zu Monstern mutieren könnten. Wie stark ist unser Charakter wirklich?

Wie böse machen uns die Umstände?

Diese Erkenntnisse hatte ich, als ich vor knapp zwanzig Jahren mal eine Veranstaltung über „Das Böse“ co-moderierte. Ein deutscher Filmregisseur erzählte uns, dass er immer davon geträumt hatte, einen Film über seinen Großvater zu machen. Der alte Herr war ein ehrenvoller Kriegsveteran des zweiten Weltkriegs. In seiner Stadt war er ein anerkannter und beliebter Bürger, ein engagiertes Mitglied im Kirchenvorstand und ein liebevoller Großvater. Und die ganze Familie war sich einig, dass sein Enkel – der Filmregisseur – dem bewunderungswürdigen Opa ja so ähnlich sei.

Jahrelang war der Regisseur sehr stolz darauf. Doch als er anfing, die Geschichte des Großvaters für sein Filmprojekt zu recherchieren und unter dem Lack der Kriegsheldenfassade kratzte, musste er feststellen, dass sein Großvater als SS-Offizier den Tod von fünftausend Menschen auf dem Gewissen hatte. Der geliebte Opa war ein Mörder. Und eine Frage bereite dem Filmregisseur monatelang schlaflose Nächte: Wenn er dem Großvater tatsächlich so ähnelte, hätte er dann unter den gleichen Umständen auch wie dieser gehandelt und fünftausend Menschen in den Tod geschickt? Es vergehe kein Tag, an dem er nicht dankbar dafür sei, dass nun eine andere historische Situation sei, die ihn hoffentlich nie in diese Verlegenheit bringen würde. Denn er wüsste einfach nicht, wie er sich dann verhalten würde.

Einige mögen jetzt anmerken wollen, dass wir ja nun nicht im Krieg sind.  Außerdem leben wir auch nicht mit einem totalitären Regime wie die Menschen in Deutschland zu Zeiten des Nationalsozialismus oder in der DDR vor vierzig Jahren. Aber in unserer Zeit ist auch vieles im Argen, nicht nur national.  Viele Menschen erleben noch immer grauenvolle Dinge – und gewisse Dynamiken haben dazu geführt, die es bei einem Neustart zu verhindern gilt!

Bequemlichkeit macht ignorant

Weil wir uns in den westlichen Ländern eines ziemlich langen Friedens und eines bemerkenswert hohen Lebensstandards erfreuen sind wir bequem geworden. Wir gehen vielen unangenehmen Fragen allzu gerne und allzu schnell aus dem Weg und… schieben die Verantwortung dafür anderen zu. Doch so viel eitler Sonnenschein herrscht bei uns gar nicht. Zu den Schattenseiten unseres bequemen Lebens gehören beispielsweise die Armut in vielen Ländern, die vielen Wirtschaftsflüchtlinge, der Drogenhandel, der wachsende (!) Menschenhandel, die Umweltverschmutzung und der Boom der sogenannten Zivilisationskrankheiten, wie z.B. Burn-Out, Depression, Demenz und steigende Selbstmordraten. Das alles an sich heranzulassen macht ängstlich, traurig, ohnmächtig und wütend. Viele suchen dann nach einem Verantwortlichen für das Geschehene.

Aber die Frage, wer dafür verantwortlich gemacht werden kann, finde ich längst nicht so wichtig. Wichtig ist: wer geht dafür in die Verantwortung, dass sich das wirklich zum Guten ändern kann? Wollen wir wirklich, dass es den einen Menschen auf Kosten anderer gut geht?

Bisher funktioniert unsere Welt so – selbst, wenn es der einzelne gar nicht will. Doch die meisten von uns lassen es zu. Z.B. werden für den Abbau der seltenen Metalle, die es bisher zur Herstellung der meisten Mobiltelefone braucht, oft Kinder eingesetzt… Das geht uns alle an! Aber auch ich mag mein Smartphone und verdränge diese unangenehme Tatsache lieber. Und ich verdränge auch die Tatsache, dass eine Alternative gibt, die aber viel teurer ist: das fairphone. Aber das gelingt mir immer schlechter. Und also frage ich mich:  wie kann ich dafür sorgen und auch andere dazu motivieren, dass die Welt gerechter, gesünder, schöner, lebenswerter für alle Menschen wird?

Diese Chance dürfen wir nicht verpassen

Es ist eine Zeit, aufzuwachen und bewusst zu handeln – gemeinsam. Wir müssen wacher und wachsamer werden, wenn wir wirklich in einer Welt leben wollen, die für alle Menschen gut und gesund sein kann.

Ich glaube, es ist höchste Zeit, dass wir uns auch mit den unbequemen Dingen gründlicher beschäftigen und dann gemeinsam konsequent handeln. Der Schlüssel ist hier das Wort gemeinsam: je MEHR Menschen z.B. auf umweltfeindliche Kunststoffe und auf ungesunde Lebensmittel verzichten, und Alternativen einfordern, umso schneller muss der Markt reagieren… Außerdem gibt es schon viele Alternativen – je mehr diese genutzt würden, umso günstiger würden sie. Mehr dazu in meinem nächsten Blog.

Wenn uns eine gesetzliche Regelung nicht passt, sollten wir sie nicht zähneknirschend akzeptieren, uns arrangieren und gelegentlich meckern. Wir sollten uns bewusst damit auseinandersetzen und im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv handeln. Ganz persönlich und das Informieren, Demonstrieren, Konsum verweigern, Straßen blockieren… nicht nur einer engagierten Minderheit überlassen. Wir müssen einander im Widerstand gegen das schlechte stärken bzw. bei dem, was wir wirklich wollen unterstützen. Es geht nicht um das Kämpfen gegen das geplante Ungute. Kampf erzeugt mehr Kampf. Aber sich mit aller Kraft, aber gewaltlos, für das mögliche Gute gemeinsam einzusetzen, funktioniert. Mahatma Gandhi hat uns gezeigt, wie das geht..

Wir sind verantwortlich für unsere eigene Zukunft und die unserer Kinder

Jeder von uns ist für sich, sein Verhalten und auch für seine Wahrnehmung der Welt selbst verantwortlich. Genauso auch für das, was in Zukunft geschehen soll. Wir müssen uns sehr klar darüber werden, was wir wirklich wollen. Kurz- mittel- und langfristig. Für uns selbst, für jene, die wir lieben und im besten Falle auch für unsere Wirtin, die Erde.

Und wenn wir wirklich wacher leben wollen, dann dürfen wir auch unangenehmen Gefühlen, wie Schuld, Scham, Wut, Angst und Trauer nicht ausweichen. Wenn wir das machen, tun wir das gleiche, wie unsere Großeltern nach dem dritten Reich. Sie haben ihre alten unerlösten Gefühle unbewusst unterdrückt und abgespalten und ahnungslos an ihre Kinder und Enkel weitergegeben. Die epigenetische und psychologische Forschung hat das vielfach bestätigt. Aber wir wissen es jetzt besser und wir können uns gegenseitig im Umgang mit schmerzhaften Gefühlen und der Befreiung davon helfen. Viele Psychologen sind genau darin geschult.

Wertschätzung ist vielleicht ein Schlüssel

Und noch eine Erkenntnis: vor wenigen Wochen habe ich zum ersten Mal einen Mundschutz auf der Erde im Dreck liegen sehen. Inzwischen sehe ich immer mehr achtlos weggeworfene Mundschutzmasken und auch Einwegshandschuhe an Plätzen, wo sie wirklich nicht hingehören.

Das macht wenig Hoffnung auf den – nicht nur von mir – herbeigesehnten Bewusstseinswandel. Wieso dehnen diese Menschen, die sich bemühen, die Ansteckungsgefahr offenbar mit besonderer Achtsamkeit zu verringern, diese Achtsamkeit nicht auf ihre Umwelt aus? Meine Vermutung ist, dass Ersteres weniger durch Rücksichtnahme als durch Angst motiviert ist und die Faulheit einen Mülleimer aufzusuchen in Respektlosigkeit gründet. Dann gibt es noch die Berichte von Menschen, die sich gegenseitig für nicht eingehaltene Abstände massiv beschimpfen oder wegen sonst einer – geringfügigen – Regelübertretung anzeigen.

Innere und äußere Missstände

Ich vermute, den Müllmachern ist es egal, wie es der Umwelt ergeht, oder wie die aussieht. Vermutlich, weil sie auch das Gefühl haben, anderen im Grunde egal zu sein. Sowohl als Mensch, als auch in dem, was sie tun. Die Denunzianten wollen sich besser fühlen, in dem sie ihr unbewusstes mieses Selbstgefühl und die Angst, etwas falsch zu machen, einfach an andere weiterreichen. Nach dem Motto: wenn du der böse bist, muss ich der gute sein. Beides ist äußerst kindisches Verhalten.

Diese Mitmenschen schlafen noch verdammt tief. Ich weiß auch nicht genau, wie wir sie wecken und dafür begeistern können, ihr Bewusstsein zu wandeln. Aber beide Gruppen haben etwas gemeinsam. Sowohl die ängstlichen, achtlosen Müllproduzenten, wie auch die moralinsauren Denunzianten: sie haben ein mangelndes Selbstwertgefühl, das sie auf Kosten anderer zum Ausdruck bringen.

Der Wandel beginnt bei uns

Anmeckern wird da auf Dauer nicht weiterhelfen. Im Gegenteil, es erzeugt Trotz und Widerstand, wie das bei diesem Reifegrad ebenso ist… Und ich glaube, statt sie zu bezichtigen und zu verurteilen für ihr nerviges Tun sollten wir ihnen beibringen, sich selbst und auch ihre Umwelt zu lieben! Und das können wir am allerbesten, wenn wir mit gutem Beispiel voran gehen und selbst ein wandelnder Ausdruck von Liebe und Wertschätzung gegenüber uns selbst, unserer Mitmenschen und unserer Umgebung sind.

Manche von uns sind da noch unsicher. Zu gewöhnt sind wir das Kritisieren – von uns selbst und anderen. Doch wir können das ändern, üben und verstärken. Wie das geht, dafür gibt es unzählige Quellen on- und offline. Möge ein jeder, der da Bedarf hat, sich an die Menschen und Quellen wenden, denen er diesbezüglich vertraut.

Wir müssen  äußerlich und innerlich aufräumen, während wir ins Neue gehen!

Denn erst wenn wir auch unser eigenes Unterbewusstsein von seinen Altlasten befreit haben, können wir selbst dauerhaft in Frieden leben. Und je mehr Menschen echten inneren Frieden erfahren, umso friedvoller und lebenswerter können die Welt und das Leben werden, die wir gemeinsam erschaffen! Genau jetzt öffnet sich die Möglichkeit für diesen Paradigmenwechsel und wir sollten sie nutzen!

Wir sind eine unglaublich flexible und kreative Spezies, wenn es drauf ankommt. Die jüngsten Begleitprodukte des weltweiten Hausarrests machen es wieder deutlich: wenn der Mensch muss, entwickelt er die erstaunlichsten Lösungen. Oft auch zum Wohle und zur Freude anderer! Lasst uns das auf ALLES ausdehnen!

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