CD Cover Music Iokokanoa

Musik als Ausdruck des Paradigmenwechsels

3000 3000 Elisabeth Karsten

Vor einiger Zeit aß ich mit Freunden zu Abend. Dabei sprachen wir darüber, dass es schon eine Weile her ist, dass ein eindeutiger Trend in der Musik feststellbar war. Es wird auch immer schwieriger, weil das Angebot jeden Tag größer wird u.a. durch die Uploads auf Youtube und Itunes. Das führt offenbar dazu, dass Trends inzwischen weniger ein (häufig orchestriertes) Massenphänomen sind, als eine Frage des ganz persönlichen Geschmacks. Zumindest was Musik, Kunst und Literatur angeht.

Die Begeisterung der Hörer ist wichtiger als denn je

Im Übrigen können sich Indie Musiker keine teure und weitreichende PR-Kampagne leisten, um bekannt zu werden. Sie sind vollkommen abhängig von der Offenheit, der Neugier und den musikalischen Vorlieben ihrer potentiellen Hörer. Der Hörer entscheidet, ob es ihm wert ist, das Gehörte in den sozialen Netzwerken zu teilen oder nicht. Längst ist das Internet das Hauptverbreitungsmedium für Musik. Das motiviert mich auch, über Iokokanoas jüngst veröffentlichte EP FIRE zu bloggen. Unabhängig davon, dass ich sie persönlich kenne und möglicherweise voreingenommen bin. Doch mehr dazu später.

Keine Hintergrundmusik

Als ich das erste Mal die EP FIRE hörte, wurde ich von Empfindungen überflutet. Ich stellte sofort fest, dass diese Musik meiner ganzen Aufmerksamkeit bedurfte. Etwas anderes nebenbei zu tun, wie zu schreiben oder Haushaltstätigkeiten nachzugehen, lenkte mich zu sehr ab. Es war als ob mir zu viel entginge. Also achtete ich darauf, eine Weile ungestört zu sein, setzte mich hin und hörte erneut zu – und dann war ich der Lage in das, was ich hörte tief einzutauchen:

Mir gefällt die freche Qualität von BODY. Ich bin fasziniert von der mythischen Ballade ICARUS und ihren archetypischen Rhythmen und tief berührt von den ungewöhnlichen Klanglandschaften von KING. Ich finde, dieser Musik ist etwas Lebensbejahendes und Kreativität weckendes zu eigen. Das ist definitiv willkommen und einfach bezaubernd!

Musik als ein Verstärker für den Paradigmenwechsel

Ich habe keine Ahnung, ob das DIE ‚neue‘ Musik ist oder gar der Beginn eines neuen hauchfeinen Trends von wer-weiß-was. Aber was ich feststelle, ist, dass diese Musik mich dazu bringt, auf eine neue Weise zuzuhören. Schließlich wird selbst das Hören von Musik zur Gewohnheit.

Während ich genau hinhörte, erkannte ich, dass sie für mich ein Ausdruck dessen ist, was ich gegenwärtig als Paradigmenwechsel auf so vielen verschiedenen Ebenen wahrnehme. So viele Bereiche sind in der Krise, von der Politik zur Unterhaltung, von der Wissenschaft zur Kunst, von der Religion zur Wirtschaft. In vieler Hinsicht ist unsere Welt in einem alarmierenden Zustand: Krankheiten, Umweltverschmutzung und Armut grassieren. Die alten Wege dienen uns offensichtlich nicht mehr – wenn sie das je taten. Also müssen wir neue Wege gehen – auf allen Gebieten.

Ganzheitliche Musik

Glücklicherweise erblüht derzeit auch die Kreativität in vielen Bereichen. Und immer mehr Menschen fragen sich bewusst, was ihnen dient, statt nur das zu konsumieren, was ihnen vorgesetzt wird. Beispielsweise wählen Menschen, was sie wann online anschauen wollen, statt sich einfach nur vor den Fernseher zu setzen.

Also ist es sicher eine gute Sache, Musik anzuhören die möglicherweise neue neuronale Verbindungen knüpft und Gedankenstränge auslöst. Besonders, wenn der Musik eine so hochwertige Qualität innewohnt. Sie führt die Gefühle und Gedanke buchstäblich in neue Richtungen.

Mich erinnert die Musik von Iokokanoa immer an Fraktale. Die komplexen Harmonien und größeren und kleineren akustischen Überraschungen machen aus jedem Lied ein Hörabenteuer. Ähnlich, wie einen Film anzuschauen oder eine Geschichte zu lesen. Und je häufiger man die Songs anhört, umso mehr gibt es zu entdecken.

Musik, die transformiert

Abgesehen von der Schönheit der Musik – die sicherlich subjektiv ist – gibt es eine weitere Eigenschaft der Songs, die über das Hören hinausgeht. Es ist als ob man von einem Klangozean umhüllt würde und sich in eine Art multidimensionalem und multi-sinnlichem Gewebe befindet. Es scheint, dass man allein durch das Anhören des Albums im Bewusstsein wächst.

Ich glaube, gute Kunst tut das grundsätzlich – sie befördert uns in unserem seelischen Wachstum. Unabhängig davon, ob sie uns gefällt oder nicht. Für mich ist diese Musik ein musikalischer Ausdruck, der über Unterhaltung und „Ohrennaschwerk“ hinausgeht. Sie hat möglicherweise eine heilende Wirkung. Wenn man offen dafür ist, kann diese Musik Orte in unserem Bewusstsein erreichen und Dinge berühren, derer man sich vorher nicht gewahr war und diese sanft Richtung Wandel schubsen. Ohne jeglichen persönlichen Einsatz, außer der Bereitschaft, alles loszulassen, was nicht mit uns in Harmonie ist.

Stimmenzauber

Der weiblichen Stimme scheint etwas magisches zu eigen, das sie klingen lassen kann, wie der Atem des Universums selbst. Immer mal wieder erkundet eine meisterhafte Musikerin diese Qualität ihrer Gesangsstimme und lässt uns eine überaus sinnliche und multidimensionale Rückanbindung an das Urwesen der Schöpfung erleben. Einfach indem man der Musik dieser Sängerin lauscht. Für mich tun das u.a. Björk, Enya, Azam Ali und Lisa Gerard. In jüngerer Zeit Eivor Palsdottir und jetzt Iokokanoa. Ihnen allen ist gemeinsam, dass jede von ihnen ihrem sehr persönlichen Sinn für Harmonien folgt: jenseits von kulturellen Traditionen und Konventionen, dabei oft Kulturen und Genres, Stile und Techniken mischt – und so eine einmaliges Erleben für den Zuhörer schafft. Die Kombination von Liedern und Klängen auf Iokokanoas EP FIRE macht genau das! Mich persönlich führt diese Musik weit über das reine Hörerlebnis hinaus in neue Bewusstseinsräume.

Iokokanoa ist Musik

Das ist tatsächlich etwas, was nach meiner Erfahrung all den jüngeren Werken Iokokanoas  zu eigen ist. Ich kenne sie seit 2010. Ich habe sie Oper singen hören und auch einige ihrer Songs im Singer-Songwriter Stil und schließlich wurde ich Zeugin, wie sie zu einer Sängerin, Komponistin und Arrangeurin von höchst komplexen Musikstücken wurde.

Für mich sind sie weit weniger Lieder als Klanggestalten. Locker könnten darin Filme, mythische Games oder irgendein ungewöhnliches Ereignis, wie eine Kunstaustellung eingebettet werden. Mit ihren jüngsten Werken hat sie sich definitiv in einen Bereich begeben, wo sie ihr unglaubliches Talent entfalten kann. Ihr Sinn für musikalische Fülle und sinnliche Erforschung macht einfach Freude.

Ihr hawaiianisch anmutender Name repräsentiert den Musikschöpfenden Aspekt ihres menschlichen Wesens. Die Reihenfolge der Buchstaben, die den Namen bildet ist – laut Iokokanoas Aussage – eine ganz spezifische Aneinanderfügung von Klängen und Schwingungen, die ihren persönlichen kreativen Prozess spiegeln. Es ist die Darstellung ihrer Bewegung in und durch die Klangmatrix der Schöpfung und außerdem ein Ausdruck ihrer musikalischen Genesis. Dies zu wissen, macht das Anhören ihrer Musik noch vergnüglicher

Wir sind einander Seelenschwestern

Und dann gibt es da einen ganz persönlichen Aspekt, der Iokokanoas Musik für mich zu etwas besonderem macht. Seit dem Beginn unserer Freundschaft verbindet uns das gemeinsame Interesse an Metaphysik und Kunst. Sowie das Erkunden von Gesundheit und Heilung, von Bewusstsein und Quantenphysik und all dem Unsagbaren dazwischen. Wir unterstützen uns gegenseitig darin, den Puls der Schöpfung in uns zu finden und die bestmögliche Art, dem Ausdruck zu verleihen. Was genau ist es, das durch uns ausgedrückt werden möchte und kann?

Meiner bescheidenen Meinung nach ist sie ihrer ganz persönlichen und erstaunlichen und einzigartigen Weise, Musik zu machen einen großen Schritt näher gekommen – und der Schöpfung zu erlauben, sich durch sie auszudrücken.

Musik der Zukunft

Für mich sind diese Musikstücke und ihr eklektischer Mix von Genres (die Rockgitarre in FIRE, die jazzartige Qualität von BODY, der Synthesizer in DEJA VU ) alle im Dienst einer multidimensionalen Erfahrung. Irgendwie gleichzeitig modern und klassisch. Diese Musik weckt definitiv die Sinne für das, was jenseits unserer Erwartungen liegt und vielleicht auch dem, was wir uns gegenwärtig vorstellen können!

Ich wünschte wirklich, es gäbe mehr Stücke und kann es kaum abwarten, was Iokokanoa als nächstes veröffentlichen wird!

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